LeMO steht als Abkürzung für "Lebendiges virtuelles Museum Online" und ist ein
gemeinsames Projekt des Deutschen Historischen Museums (DHM), des Haus der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (HdG) sowie des Fraunhofer-Institut
für Software- und Systemtechnik (ISST). Gefördert vom DFN- Verein und
finanziert aus Mitteln einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom
(Berkom), hatte das Projekt eine Laufzeit vom 1. Januar 1997 bis zum 31.
Dezember 1998. Ab dem 1. Juni 1999 lief das einjährige Folgeprojekt LeMO+,
das ebenfalls vom DFN- Verein gefördert wurde, die Finanzierung erfolgte
jedoch durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die
weitere Arbeit an LeMO wird seit Juni 2000 von den beiden Museen finanziert.
Bei LeMO handelt sich um ein Pilotprojekt, dessen Ergebnisse in vollem Umfang
nur über breitbandige Netze und mit multimediatauglichen PCs empfangen
werden können. Bei Verwendung eines ISDN- oder Modem-Anschlusses ist mit
längeren Ladezeiten zu rechnen.
LeMO ist ein Gang durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die
erste Hälfte bis 1945 wurde vom DHM, die zweite ab 1945 vom HdG
bearbeitet. Vom Fraunhofer ISST wurden vor allem virtuelle dreidimensionale
"Erlebniswelten" zu den einzelnen Epochen programmiert (mittels VRML). Diese
3-D- Welten ermöglichen ein freies Navigieren durch den Raum, losgelöst von
jeglicher Schwerkraft und sind mit den musealen Objektbeständen und
Informationstexten sowie Film- und Tondokumenten verknüpft.
Weil schnelle Rechner und schnelle, breitbandige Netze heute aber (noch)
nicht Standard sind, werden die Museumsobjekte mit der entsprechenden
Betextung auch auf "klassischen" HTML-Seiten zur Verfügung gestellt, die weit
weniger Rechner- und Netzleistung erfordern. Neben den musealen Objekten
und den dazugehörenden historischen Informationen umfaßt LeMO derzeit rund
750 Biographien zu Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern etc. Für jedes Jahr
des 20. Jahrhunderts gibt es außerdem eine Jahreschronik, die einen schnellen
Überblick ermöglicht. Zahlreiche Statistiken und Schaubilder runden das
Angebot ab.
Auf LeMO aufbauend, wurden im Folgeprojekt LeMO+ nicht nur die Inhalte
erweitert, sondern auch weitere Funktionalitäten hinzugefügt: Neben den
bereits bestehenden Möglichkeiten der Suche durch das Archiv und die
Volltextsuchmaschine wird demnächst eine auf Metadaten basierende
Suchmaschine zur Verfügung gestellt.Sie soll eine gezieltere Suche ermöglichen.
Die Nutzung von LeMO im Schulunterricht ist - Einträge im Gästebuch zeigen
dies - attraktiv. Deshalb wurde im Rahmen von LeMO+ mit sieben ausgewählten
Schulen zusammengearbeitet. Zusammen mit den Schulen wurde das
sogenannte Kollektive Gedächtnis aufgebaut, in dem persönliche Erinnerungen
und private Objekte präsentiert werden können.
Wie in einem realen Museum werden Führungen durch das virtuelle Museum
angeboten.